Hokkaido Calling

Sherpas Cinema

Hokkaido Calling

Sherpas Cinema

„Wir ziehen eine einzige Spur durch die stillen Ebenen, schneiden in die weiße Vollkommenheit eine dunkle Linie, die zu beiden Seiten von weichen Kreisen gesäumt wird, unser Aufstieg der einzige Hinweis auf menschliches Dasein um uns herum“, Sam Smoothy.

Eine weiße, schneebedeckte Landschaft und ein sanftes Rauschen ziehen an den Sportlern vorbei. Jede Nacht fallen fünfzehn Zentimeter Neuschnee und jeden Tag wagen sie sich mit ihrer Ausrüstung in ein neues Gebiet dieses abgelegenen und brusttiefen Pulverschneehimmels. Der Schnee, der in seiner blendenden Schönheit jeden Laut, jeden Schmerz und jeden Kummer, jeden Ärger über die Welt da draußen vergessen lässt, lässt jedes einzelne Barthaar vor Kälte erstarren. Dreiundzwanzig Minuten dauert es, bis der Gesichtsschmuck der Freerider wieder enteist ist.

Aufsteigen. Freeriden. Sushi. Onsen. Und das Ganze wieder von vorn.

Ein trübes Bild menschlicher Zufriedenheit, eine schimmernde Fata Morgana, die sich im Dampf der plätschernden, von Holzwänden eingefassten heißen Quellen versteckt. Die Athleten wechseln von einem wolkenverhüllten Tal zum nächsten, wenden sich von den Menschenmengen ab und suchen im unberührten Freeride-Eldorado in Japan nach der schnellsten und extremsten Line.

Eine unvollendete Symmetrie erhebt sich vom Damm eines Wasserkraftwerks. Ein voluminöser Ausbruch gleichmäßig angelegter Betonterrassen, geziert von meterlangen samtigen Landeplätzen durchziehen diesen Powder-Highway durch Hokkaido. „Unsere ganz eigene Pyramide von Gizeh wartet nur darauf, von uns geplündert zu werden. Im absoluten Gegensatz zum Frieden, den wir unter den Bäumen gefunden haben, stürzen wir uns die wilde Buckelpiste hinunter, bevor wir über dunklen, eisigen Wassern zum Stehen kommen, die zur Bewegungslosigkeit erstarrt sind.“

Die Athleten wählen einen weiteren abgelegenen sowie unberührten Bergpass als Route und schlagen sich mit ihren Kräften durch den immer höher werdenden Schnee. Erschöpft, aber durch und durch zufrieden, dösen sie Abend für Abend erschöpft ein oder lassen den Blick in die Ferne wandern, wo die Flocken vor ihren Wimpern einen filigranen Tanz aufführen. „Eine leise Andeutung eines Lächelns huscht über mein Gesicht, blind für alles vor vollkommener Träumerei“, sagt Sam Smoothy.

Titel: Hokkaido Calling
Produktion: Sherpas Cinema
Jahr: 2017
Athleten: Sam Smoothy, Jeremie Heitz und Dane Tudor
Länge: 8 Minuten
Fotokredit: Mason Mashon

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